04 | 02 | 2012
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EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing
- die andere Art der Traumatherapie 
(= „Augenbewegungs-Desensibilisierung und Wiederaufarbeitung“)

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (kurz EMDR) ist eine von Dr. Francine Shapiro entwickelte Therapiemethode zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse durch bestimmte Augenbewegungen.

Der Entdeckung der Therapiemethode liegt ein einfacher Zufall zu Grunde: Während eines Spaziergangs bewegte Francine Shapiro ihre Augen wegen des Lichteinfalls ungewöhnlich oft hin und her. Dabei spürte sie ein deutliches Nachlassen der Ängste und depressiven Gedanken, die mit ihrer kürzlich diagnostizierten Krebserkrankung zusammenhingen. Aus dieser zufälligen Beobachtung entwickelte sie ein Therapiekonzept, das auf gezielten Augenbewegungen und der sogenannten „bilateralen Stimulation“ beruhte.

Wie wirkt EMDR?
Alle Erlebnisse und Erfahrungen werden in unserem Gehirn verarbeitet und je nach Wichtigkeit abgespeichert. In der Entwicklung des Menschen waren früher vor allem die traumatischen Erlebnisse wichtig, denn sie sicherten unser Überleben: wer einmal von einem Tier gebissen und verletzt wird, wird sich später daran zurückerinnern und es in Zukunft vermeiden, diesem Tier noch einmal zu Nahe zu kommen. Im Verarbeitungsprozess eines Traumas kommt es jedoch häufig zu Störungen. Das menschliche Gehirn beurteilt manche Situationen als so gefährlich, dass sie dem direkten Zugriff durch das Bewusstsein entzogen werden.
Nach jedem Trauma kann es zum sogenannten „sprachlosen Entsetzen“ kommen. Das bedeutet, dass in der rechten Hirnhälfte Bilder des Geschehenen projiziert werden, während das Sprachzentrum aktiv unterdrückt wird – der Betroffene kann das Erlebte nicht richtig in Worte fassen und die anschließende Verarbeitung wird gestört. Es kommt zu einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die sogenannte bilaterale Stimulation ermöglicht nun die „Synchronisation“ der beiden Hirnhälften durch bestimmte Augenbewegungen oder auch durch Akustik und Berührungen, sodass traumatische Erfahrungen bewältigt werden können.

Die Wirkungsweise der EMDR ist vergleichbar mit der Schlafphase REM („Rapid Eye Movement“ = „Schnelle Augenbewegungen“). In dieser Schlafphase finden besonders starke Augenbewegungen statt und zugleich wird das am Tag Erlebte besonders intensiv verarbeitet – es gibt also einen natürlichen Zusammenhang von Augenbewegungen und gedanklicher Verarbeitung.

Wann wird EMDR angewendet?
Unterschiedliche Langzeitstudien belegen die Wirksamkeit von EMDR bei posttraumatischen Belastungsstörungen, Süchten (auch Alkohol, Drogen, Zigaretten), Phobien und Ängsten, sowie bei der Trauerbewältigung und bei Schmerzen.

 

Rechtshinweis: Herbert Schraps – Hypnosetherapeut, Mentaltrainer und Heilpraktiker (Psychotherapie) – setzt nur in seiner Praxis auch EMDR-Techniken ein, entweder als ergänzendes Kombinationsverfahren im Rahmen der Hypnotherapie ein oder als direkte Methode zur Trauma-, Angst-, Sucht- und Schmerzverarbeitung. Im Bereich der sog. Gesundheitsvorsorge darf im Sinne des Gesetzes keine Diagnose oder Therapie durchgeführt werden.